Gesundheitspolitik: Zweitmeinung

Prophylaxe, Verletzungen, Therapie, Rehabilitation

Gesundheitspolitik: Zweitmeinung

Beitragvon Sifu » 12.10.2015 10:30

leider seit langem ein wirklich ärgerliches Thema:

Profitstreben contra Patientenwohl

spezieller: Indikation von Operationen



nun gab es vor einigen Tagen einen Bericht bei Plusminus über ein neues Gesetz

http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/ueberfluessige-operationen-104.html

Thema: Zu oft, zu viel - Schluss mit überflüssigen Operationen

Zu viel, zu oft, zu schnell operiert –
jetzt zieht die Politik die Reißleine mit einer Zweitmeinung vor planbaren OPs von einem neutralen Arzt, der sämtliche Behandlungsmöglichkeiten kennt. Krankenkassen, die Zweitmeinungsverfahren schon anbieten, zeigen eindrucksvoll, wie groß der Effekt sein kann.
Wird vor orthopädischen OPs ein zweiter Arzt befragt, wird der Eingriff zu 60 Prozent nachhaltig vermieden.
Noch dramatischer sind die Zahlen beim Volksleiden Rücken.
Beurteilt hier ein zweiter Arzt den Fall, wird nur noch jeder zehnte Patient operiert
.
Die Gewinner sind Patienten und Krankenkassen.


noch mal zum Mitschreiben:

60 % der orthopädischen OPs sind überflüssig

90 % der Rücken OPs sind überflüssig
:x :x :x :x :x :x :x :x

konservative Therapien (und vor allem Physiotherapie) sind billiger (und trotzdem erfolgreich) !!!!!!!!!



Jetzt greift die Politik ein.
Ohne Gesetz geht es offenbar nicht.
So gilt ab Januar für OPs, die besonders häufig stattfinden:
Jeder Patient hat das Recht auf eine Zweitmeinung, die Kassen bezahlen sie und die Ärzte müssen darauf hinweisen.


Also: ab 01.01.2016 hat jeder Patient vor planbaren, häufigen OPs ein Recht auf Zweitmeinung
udn weil heutzutage niemand mehr den allermeisten der Ärzte trauen kann, (!!!!!!!!!!!!!)
hat dieser eine gesetzliche Hinweispflicht!!!



meine Meinung:
so sehr ich die neue Gesetzesinitiative begrüße,
Grund dafür ist leider wiederum nur das Interesse an Kosteneinsparungen

hat irgendjemand mal errechnet, wie viele Menschenleben gerettet werden,
wenn z.B. bei 90 % der Rücken OPs die vielen, vielen OP Risiken vermieden werden?????????? :x :x :x :x :x :x

INteressiert sich wirklich niemand dafür,
wieviele Schmerzen (und Unannehmlichkeiten) Patienten (unnötigerweise) nach OPs haben???????????


Ich sehe massenhaft Patienten, die nach OPs mit Schmerzmitteln zugedröhnt werden,
die viele Wochen in der Nachbehandlung brauchen, bis sie wieder auf die Beine kommen

(die meisten wissen von ihnen wenigstens nciht,
dass es in so vielen Fällen keine Indikation für die OP gab)



es geht nicht um irgendwelche Marginalien:
es geht um hunderttausende von OPs an Knien, Hüften, Wirbelsäulen!!!!!!!!!
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